Gemeine Bodensee-Wanderdalbe

Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeine Bodensee-Wander-Dalbe
Gemeine Bodensee-Wanderdalbe

Gemeine Bodensee-Wanderdalbe

Systematik
Klasse: Schiffahrtszeichen
Ordnung: Ortsgebundene
Familie: Starre
Gattung: Flachwasserbesiedler
Art: Gemeine Bodensee-Wander-Dalbe
Wissenschaftlicher Name
Dalbus springensis
Linnaeus, 2003
Unterarten
  • Gemeine Springdalbe
  • Pseudowanderdalbe
  • Luftdalbe

Die gemeine Bodensee-Wanderdalbe ist eine Stangenart aus der Familie der Seeschiffahrtszeichen, welche sich durch eine ausgesprochene Ortsunabhängigkeit auszeichnet. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten aus der Familie der Seeschiffahrtszeichen ist sie zwar ortsfest verankert, hält sich aber im allgemeinen nicht dort auf wo der Mensch sie erwartet.

Entstehung

Dalben im allgemeinen entstehen vermutlich durch anthropologische Einflüsse. So siedeln sie sich auffallend oft in direkter Nähe von Menschen mit Wasserfahrzeugen regelmäßig befahrener Routen an. Eine der wenigen positiven Auswirkungen dieser Affinität zu den Menschen ist eine zufällige Kanalisierung der Verkehrsströme und ein Schutz überflüssiger Kapitalsauswüchse gegenüber den Einflüssen von gemeinen Untiefen, auf welchen sie sich vorzugsweise ansiedeln.

Lebensräume

Dalben sind Flachwasserbewohner, welche in Gewässern mit einer Tiefe zwischen 20cm und maximal 5m siedeln. Sie treten dabei teilweise als Einzelgänger auf, manchmal in Formation (besonders oft ist die Reihenform vertreten, welche sich von gradlinigen und regelmäßigen Ausrichtungen bis hin zu geschwungenen Kurven erstrecken kann) oder auch in ungeordneten Haufen.

Im Gegensatz zu Bojen, welche oft Tiefenwasserbewohner sind, halten sich Dalben dabei vor ihren Angriffen am selben Platz auf, und neigen nicht wie Bojen zu Pendelbewegungen. Vermutlich wollen Dalben damit ihre Opfer in Sicherheit wiegen um umso effizienter angreifen zu können, während Bojen mit ihrer Taktik auf die Verwirrung des Opfers hin arbeiten.

Ernährung

Wo von Dalben sich ernähren ist nicht bekannt. Bei ihren Angriffen machen sie meist keine Beute, sondern fügen lediglich ihren Opfern Schaden zu, ohne Material abzutragen. Lediglich Lack wird regelmäßig von der Dalbenoberfläche absorbiert, scheint aber nicht von dort in interne physiologische Prozesse integriert zu werden.

Physiologie

Die gemeine Bodensee-Wanderdalbe besteht im allgemeinen aus Holz mit einer Regenkappe am oberen Ende. In wie weit sie im Untergrund weitere Stabilsierungshilfen benötigen ist nicht bekannt, und meist auch egal, da ihre Standfestigkeit eher von Materialschwund (erkennbar an einer Verjünngung im Bereich der Normalwasserlinie) entscheidend beeinflusst wird.

Lebenserwartung

Dalben können sehr alt werden, sofern sie sich nicht bei ihren Angriffen an zu massive Gegner wagen. In diesem Fall kommt es meist zu einer Schräglage, worauf in den meisten Fälle kurze Zeit später eine jüngere Dalbe den angestammten Platz einnimmt.

Eine andere die Lebensdauer einschränkende Größe ist der sogenannte Dalbenkaries, welcher sich durch die Bildung von Fäulnis und Löchern im Dalbenkörper bemerkbar macht. Bisher wurden keine Versuche mit Kunststoffüllungen oder Überkronungen durchgeführt.

Vermehrung

Dalben vermehren sich meist vollkommen unbemerkt, und sind von einem Tag auf den anderen "einfach da".

Details der Vermehrung sind nicht bekannt, so werden auch im Normalfall nie Dalben in einer räumlichen Nähe beobachtet, welche für eine effektive Paarung notwendig wäre.

Typenunterscheidung

Spring- und Wanderdalben unterscheiden sich vom Phänotyp her wenig, das Hauptunterscheidungskriterium ist die zeitliche Dimension der Wandergeschwindigkeit. Bei den Wanderdalben handelt es sich meist um Zeiträume, welche sich im menschlichen Gedächtnis wiederspiegeln, also zwischen "Letztes Jahr war hier keine" bis hin zu "in der letzten Runde stand die noch weiter am Ufer".

Springdalben hingegen verändern ihre Position spontan und sehr schnell, so dass zwischen dem letzten Umschauen des Opfers und dem Angriff wenige Minuten bis Sekunden vergehen können.

Eine Sonderform ist die hundsgemeine Springdalbe, welche sich aus dem Nichts manifestiert. Auch wenn diese Form wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen konnte, ist sie in den Schilderungen der Opfer stark vertreten und für einen überproportionalen Anteil der Angriffe verantwortlich.

Nur zu bestimmten Jahreszeiten (und meist bei Hochwassser) ist die sogenannte Pseudowanderdalbe anzutreffen. Diese bewegt sich sichtbar durch das Wasser, was man an der am Dalbenstamm brechende Welle erkennen kann, ist aber dennoch immer an der selben Stelle anzutreffen. Diese Form ist besonders tückisch, da die Umfahrung einer solchen Pseudowanderdalbe vermehrte Aufmerksamkeit und Kenntnis von der an den Siedlungsorten üblichen Wanderungsrichtung erfordert.

Optische Differenzierung

Der Grundkörper der Dalben ist meist dunkelbraun- bis grau. Eine oft zu beobachtende Form ist hingegen dreckigweiss-schwarz geringelt.

Viele Dalben tragen einen Kopfschmuck. Hierbei handelt es sich oft um auf antennenartig aufgesetzte Metallteile mit einem flächigen Auswuchs. Dieser ist oft grün-weiss ausgeprägt, wobei die grüne Seite immer in Richtung der größeren Wassertiefe ausgerichtet zu sein scheint. Auch Flächen, welche zufällige Ähnlichkeiten mit alphanumerischen Lettern oder dem grieschischen Alphabet ähnlichen Schmuckmustern aufweisen werden regelmäßig beobachtet.

Dalbus springensis gottlibiae

Eine nur lokal anzutreffende Sonderform im Bereich des sogenannten Ermatinger Winkels (Dalbus springensis gottlibiae) trägt geschwulstartige Beulen am oberen Ende, welche eine gewisse Ähnlichkeit zu Bastkörben zu haben scheinen. Der evolutionäre Vorteil ist bisher schleicherhaft, auch warum diese Form sich nur kleinräumig entwickelt und alle anderen Formen in ihrem Lebensraum wirkungsvoll verdrängt hat.

weitere Unterarten

Es sind weitere ähnliche Lebensformen bekannt, welche je nach Gewässer andere Phänotypen aufweisen. So finden sich am Niederrhein den Dalben sehr ähnliche Spieren, welche meist eine metallene Grundstruktur haben. Dort sind auch zwei Formen bekannt, die Roten und die Grünen. Ob es sich dabei um eine Form der geschlechtsdiversifizierung handelt, ist unklar.

Wesentlich massivere Ausprägungsformen sind insbesondere in der Nähe von Häfen zu finden. Diese verfügen teils über mehrere Standbeine und meist gelbe oder orangene Poller, und kommen auch in deutlich größeren Wassertiefen als die gemeine Bodensee-Wanderdalbe vor.

Angriffe

Opfertypen

Springdalben sind im allgemeinen friedliche Lebewesen, welche die meiste Zeit des Jahres einfach nur im Wasser stehen und nichts tun. Die genauen Gründe für ihre spontane Aggressivität sind bisher nicht ausreichend untersucht. Einzig ihre Vorliebe für Ruderboote ist wissenschaftlich und statistisch eindeutig belegbar.

Angriffszenarien

Dalben haben kein besonders gutes geometrisches Denkvermögen, weswegen sie es eher selten schaffen sich direkt vor der Bugsspitze zu platzieren. Daher beschränken sich Wanderdalben bei ihren Angriffen meist auf die Ausleger, bei welchen sie oft kunstvolle Kaltverformungen ausführen. Dabei sind von leichten Deformationen bis hin zu Materialauftrennung alle Formen und Abstufungen bekannt.

Allerdings sind bei den Pseudowanderdalben auch Angriffe auf die Seite der Opfer bekannt, was vom Angriffsablauf dem von Brückenpfeilern ähnelt und meist größere Schäden verursacht.

Im Gegensatz zu Bojen, welche ein eher geringes Selbstbewusstsein haben und vor dem Angriff meist schon erkennbar im Wasser hin und her pendeln, sind Wanderdalben aufgrund ihres festen Standorte meist selbstbewusster und starten ihren Angriff senkrecht stehend. Auch entfällt bei ihren Angriffen meist das von Boje bekannte "aufsitzen" auf der Bootswand, was dort meist eine Kenterung des Boots zur Folge hat. Des weiteren sind ihre Angriffe meist lautlos, wohingegen Bojen sich Sekunden vor dem Angriff durch ein lautes Rauschen bemerkbar machen.

Wie die meisten Spezies greifen Dalben insbesondere in der Paarungszeit besonders oft an. Die Balzzeit geht meist von Anfang Januar bis Ende Dezember, in seltenen Fällen werden auch Zeiträume von Anfang März bis Ende Februar beobachtet.

Angriffsziele

Wanderdalben haben einen besonderen Sinn für menschliche Schwächen, wie z.B.

  • Narzissmus/Selbstüberschätzung
  • trainingsintensitätsbedingtem Tunnelblick
  • vermeintliche Sicherheit
  • Unkonzentriertheit/Unaufmerksamkeit
  • real vorhandene oder -
  • in den meisten Fällen eingebildete Ortskenntnis.
  • mangelnde Absprache zwischen Bug- und Steuermann

Sobald Wanderdalben diese Zeichen wahrnehmen, bringen sie sich in Position und schleichen sich an ihre Opfer heran.

Dalben machen dabei keine Unterscheidung zwischen den Opfern, sie attackieren gleichermaßen Neulinge wie hoch erfahrene Steuerleute. Niemand kann sich vor ihnen hundertprozentig sicher fühlen, und Angriffe können trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auftreten. Allgemein lässt sich nur feststellen, das die Angriffe grundsätzlich unerwartet stattfinden.

Angriffsvermeidung

Bisswunde an einem Ausleger. Anhand der runden Form und ausgeprägten Intensität der Ausprägung des Angriffspunktes lässt sich auf einen Angriff einer ganz gemeinen Bodensee-Pseudowanderdalbe schliessen

Bisher sind keine Impfstoffe für Boote oder andere Möglichkeiten der Immunisierung vorhanden. Die einzige Möglichkeit die Angriffe zu verhindern würde die Opfer derartig schwer und langsam machen, dass sie nicht mehr praktikabel als Ruderboot in Frage kämen.

Die einzige wirklich wirksame und effiziente Methode zur Bekämpfung ist Aufmerksamkeit des potentiellen Opfers. Regelmäßiges Umdrehen und "ins Auge fassen" der Dalben verwirrt sie derartig, dass sie erstarren und ihren Standplatz nicht verlassen, bevor das potentielle Opfer vorüber ist. Da Fälle, wo eine Dalbe nach der Vorbeifahrt von hinten angreift, bisher unbekannt sind, lassen sich hierdurch die Angriffe wirkungsvoll vermeiden. Lediglich bei den Pseudsowanderdalben sind Fälle bekannt, wo Boote vom Heck aus angegriffen wurden, allerdings muss hierfür die Mannschaft effizient anderweitig abgelenkt worden sein.

Es gibt Ansätze einer technischen Lösung, welche allerdings bisher in der Erprobungsphase ist und bei Jungtieren oder an andere Orte gewanderte Dalben keinen ausreichenden Schutz bietet. Auch ist hier eine permanente Aufmerksamkeit der Steuerleute auf die Technik notwendig, was also gegenüber dem vorhergehend beschriebenen Verfahren keine eindeutigen Vorteile bringt.

Verhalten im Angriffsfall

Dalben reagieren äußerst empfindlich auf menschliche Aufmerksamkeit. So kann bereits das laute Rufen von Wörten wie "Stoppen" oder "Nur Backbord!" sie derartig verwirren, dass sie ihren Angriff sofort abbrechen. Je geschlossener die Mannschaft dabei vorgeht desto verschreckter reagieren sie. Lässt die Mannschaft Verunsicherung (in Form von Chaos oder Gegeneinander arbeiten) erkennen, setzten Dalben ihren Angriff teilweise trotzdem fort, weswegen hier konzertiertes und sofortiges Handeln von Vorteil ist.

Für den Fall eines erfolgten Angriffes sollte man versuchen Ruhe zu bewahren und das Boot stabilisieren. Falls man den Angriff noch rechtzeitig bemerkt kann auch das Abfangen der Dalbe mit der Hand die Angriffsfolgen verringern. Es sind bisher keine Fälle bekannt, wo eine Dalbe den Abweisenden gebissen oder anderweitig verletzt hat. Danach sollte man versuchen die Dalbe sanft wieder vom Boot weg zu schieben.

Als Nachbereitung sollte man den Angriff im ortsüblichen Fahrtenbuch vermerken, das Boot sperren und zu Hause einen größeren Betrag auf das Spendenkonto des betreuenden Rudervereins überweisen. Kuchen oder ein einfaches "Danke" für den Bootswart sind auch immer hilfreiche Ansätze um die Folgen eines Angriffes wirksam zu mindern.

Unterschiede der Aggressivität

Als besonders angriffslustig bekannte „Dalbe Nummer 7“

Glücklicherweise sind nicht alle Dalben gleich aggressiv. Die meisten stehen unbeteiligt einfach nur rum. Wenn es dann allerdings zu einem Angriff einer solchen friedfertigen Dalbe kommt, ist er meist umso überraschender.

Leider existieren auch immer wieder besonders aktive und aggresive Spezies. So sind im Bodenseebereich die "Dalbe Nummer 7", der "Ankerpfahl" sowie die "Dalbe am Anfang der Schiffahrslinie" derartig aktiv, dass sie sogar mit Namen versehen wurden. Auffallend ist hier, dass sie trotz der regelmäßigen Aufmerksamkeit der Menschen dennoch regelmäßig und erfolgreiche Angriffe starten. Ob es sich hierbei um eine Form der resitzenbildung gegenüber menschlicher Aufmerksamkeit handelt ist in verschiedenen Studien erörtert worden, und es steht zu befürchten, dass es mit der Zeit zu der Entwicklung von multiresistenten Wanderdalben (MRWD) kommt.

Unterscheidung zu anderen aggressiven Schiffahrtszeichen

Es sind andere Spezies und Unterarten der Schiffahrtszeichen bekannt, welche ruderaggessive Störungen zeigen.

Besonders den Dalben verwand sind hierbei Spieren und Bojen, wobei diese meist zu deutlich gewalttätigeren Angriffen neigen. Auch sind parallelen zu Brückenpfeilern zu vermuten. Wie bei den meisten anderen aggressiven Schiffahrtszeichen ist eine Korrelation zwischen einem komplizierten Phänomen namens Strömung und der Schwere der Folgen der Angriffe statistich belegbar.

Hingegen ist die gemeine Bodensee-Wanderdalbe nicht mit der gemeinen Stegkante verwandt, welche von den Menschen gezielt angesteuert wird und sich einfach nur wehrt, wenn sie zu arg bedrängt wird.

Trivia

  • Eine besondere Form der Springdalben ist die sogenannte Luftdalbe, welche sich für Bruchteile von Sekunden aus dem Nichts manifestiert und direkt nach der Kollision wieder verschwindet. Diese Form ist auf Skulls spezialisiert, wirft sie gegen die Fahrtrichtung nach vorne und verklemmt sie unter dem Ausleger, bis der Skull durch bricht.
  • Vermutliche handelt es sich bei der gemeinen Wanderdalbe um einen besonderen Effekt, wie er in der Quantenphysik im Zusammenhang mit der Heisenbergschen Unschärferelation bekannt ist. Hierbei hat z.B. ein Elektron zu einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb eines Atoms nicht einem festen Ort, sondern befindet sich quasi an jedem Ort gleichzeitig, nur mit unterschiedlichen Aufenthaltswahrscheinlichkeiten.
  • Wissenschaftsphilosophen sehen eine parallele zu Schrödingers Katze, da hier die Dalbe sich zwischen dem letzten Umdrehen und Angriff in einem nicht bekannten Zustand befindet. Es ist nicht möglich die Angriffsabsicht der Dalbe zu erfahren ohne das geplante Verhalten zu verändern, da beim rechtzeitigen Umdrehen ein Angriff fast immer unterbleibt.